Gegen Verschlechterung des öV in der Stadt Zürich, namentlich der Linien in und nach Höngg

Die Quartierbuslinie 38 soll geopfert werden, weil die Stadt die Buslinie 46 und die Tramlinie 13 verlangsamen will und dies dann mehr kostet. Ich kämpfe gegen eine Verschlechterung des öV, sowohl gegen eine Verlangsamung, wie auch gegen einen Abbau der für das Quartier wichtigen Buslinie 38.

Deshalb hat mein Gemeinderatskollge Andreas Egli und ich am Mittwoch, 3. März 2021 im Gemeinderat ein Postulat eingereicht:

«Der Stadtrat wird aufgefordert zu prüfen, wie auf Temporeduktionen auf öV-Achsen, namentlich die auf der Buslinie 46 sowie der Tramlinie 13 geplanten, verzichtet werden kann, damit solche Temporeduktionen nicht zu Verschlechterungen der öV-Qualität (u.a. bei Takt, Kosten und Fahrtendauer) und der daraus resultierenden Kostendruck nicht zur Schliessung von Quartierlinien, namentlich der Linie 38 in Höngg, führt.»

Begründung:

Mit der so genannten zweiten Welle steht beim Zürcher Stadtrat aktuell eine flächendeckende Einführung von Tempo 30 zur Diskussion. Das würde bei den VBZ zusätzliche Betriebskosten von jährlich rund CHF 20.0 Mio. verursachen. Zudem würden weitere Investitionskosten von ca. CHF 75.0 Mio. anfallen.
Allein der von Teilen des Stadtrats weiter geplante Tempo-30-Ausbau auf den Linien 13 und 46 zwischen der Rosengartenstrasse und der Haltestelle Schwert würde bei den VBZ zu Mehrkosten von jährlich rund CHF 900’000 führen. Will die Stadt Zürich an dieser Temporeduktion festhalten, hätte dies in Höngg die Einstellung der Linie 38 zur Folge (siehe Protokoll der 13. Sitzung der Regionalen Verkehrskonferenz Zürich (RVKZ) S. 18 und 19, Link: https://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/stzh/dib/Deutsch/oeffentlicher%20Verkehr/Dokumente%20RVKZ/protokolle-rvkz/20210120%20Protokoll%2013.%20Sitzung%20RVKZ%2016.11.2020%20def.pdf).

Die Linie 38 bedient auf dem Papier die gleiche Region wie die Linien 13, 46 und 69. Heute wird die Linie 38 gemäss VBZ-Statistik nur mässig genutzt. Wird an der Umsetzung von Tempo-30 festgehalten, bliebe den VBZ gar nichts anderes übrig, als die Linie 38 zu streichen. Die Quartierbuslinie 38 ist allerdings für die teils steil am Hang gelegenen Wohngebiete am Höngger- und am Waidberg eine wichtige Verbindung mit dem Quartierzentrum sowie dem Friedhof und den Sportanlagen auf dem Hönggerberg. Insbesondere für ältere Menschen, Eltern mit kleinen Kindern oder Personen mit Einkaufstaschen wären die Steigungen der Michel- und der Kürbergstrasse ohne die Buslinie 38 nicht oder nur mit privaten Fahrzeugen (Auto und E-Bike) zu bewältigen. Eine Einstellung dieser Buslinie würde daher sicherlich zu einer Zunahme des motorisierten Individualverkehrs in Höngg und besonders auf dem Hönggerberg führen. Höngg, aber auch andere City-ferne Stadtquartiere können keinerlei Interesse an Temporeduktionen auf öV-Achsen haben, denn das verlangsamt, verteuert und verschlechtert das öV-Angebot.

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