Martina Zürcher-Böni Uncategorized Auf einer schrägen, glatten Fläche bleibt Nichts liegen – oder warum Produktdesign von Abfallkübeln nicht unbedingt Kernkompetenz der Stadtverwaltung ist

Auf einer schrägen, glatten Fläche bleibt Nichts liegen – oder warum Produktdesign von Abfallkübeln nicht unbedingt Kernkompetenz der Stadtverwaltung ist

Links die Eigenentwicklung der Stadt Zürich, rechts der preisgekrönte «Abfallhai»

In meiner ersten sogenannten Schriftlichen Anfrage als Gemeinderätin vor rund vier Jahren ging es tatsächlich um Abfallkübel. Entsorgung und Recycling Zürich hatte gerade einen eigenen Abfallkübel entwickelt, welcher früher oder später den preisgekrönten «Abfallhai» verdrängen soll. Der Abfallhai wird von einem KMU in Knonau hergestellt und steht nicht nur in verschiedenen Schweizer Städten, sondern auch in Barcelona, Wien oder Berlin. Die Herstellerfirma designt und produziert vorwiegend Abfallkübel, Abfallsysteme und verwandte Produkte.

Der Stadtrat argumentierte damals mit verschiedenen Vorteilen für die Eigenentwicklung, zum Beispiel mit der einfacheren Handhabe bei der Leerung, dem grösseren Öffnungsschlitz, und der Tatsache, dass ERZ die Produktion des eigenen Abfallkübel ausschreiben und dem günstigsten Anbieter vergeben kann. Wie sieht es nun rund vier Jahre später aus?

Als Bewohnerin dieser Stadt, in der es doch hie und da mal regnet, fällt mir aber immer wieder auf, dass durch die gerade Oberfläche beim neuen Abfallkübel nicht nur das Regenwasser liegenbleibt, sondern regelmässig auch Zigarettenkippen und andere Abfälle auf dem neuen Kübel liegen (siehe Foto), was das Stadtbild ganz und gar nicht verschönert (und für die Mitarbeitenden von ERZ bei der Leerung auch wieder einen Mehraufwand schafft). Durch das schräge Dach kann dies beim «Abfallhai» nicht passieren.

Mein Fazit: Die Verwaltung weiss nicht alles besser als der Markt. Firmen, die schon verschiedene ähnliche Produkte designt haben und sich im Wettbewerb bewähren müssen, haben vermutlich mehr Erfahrung in industriellem Produktdesign als ERZ. Und wenn die Stadt als grösserer Abnehmer bei einem Produkt gewisse Mängel feststellt, dann könnte sie zuerst den Hersteller kontaktieren. Oder wenn sie ein neues, besseres oder günstigeres Produkt möchte, dann könnte sie eine Ausschreibung mit einem entsprechenden Anforderungskatalog machen.

Link zur Schriftlichen Anfrage

Link zur damaligen Medienberichterstattung

Leave a Reply

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Related Post

Wo der Denkfehler in der rot-grünen Wohnpolitik liegt? Und wie wir endlich wirklich mehr günstigen Wohnraum schaffen?Wo der Denkfehler in der rot-grünen Wohnpolitik liegt? Und wie wir endlich wirklich mehr günstigen Wohnraum schaffen?

Seit vielen Jahren bestimmt das Thema «Günstiges Wohnen» die Stadtzürcher Politikagenda. Rot-Grün bestimmte während dieser Zeit wiederum die politischen Mehrheiten in der Stadt – doch die Rezepte, welche SP, Grüne

Dekarbonisierung der Stadt Zürich: Die FDP bringt konkrete Vorschläge statt imaginärer ZielversprechungenDekarbonisierung der Stadt Zürich: Die FDP bringt konkrete Vorschläge statt imaginärer Zielversprechungen

In einer Arbeitsgruppe hat die FDP-Fraktion im Zürcher Gemeinderat verschiedene Vorstösse zum Thema «Dekarbonisierung der Stadt Zürich» erarbeitet, während die anderen Parteien sich vorwiegend über imaginäre Ziele unterhielten. Alle Details