{"id":228,"date":"2024-03-07T14:54:44","date_gmt":"2024-03-07T13:54:44","guid":{"rendered":"https:\/\/martina-zuercher.ch\/?p=228"},"modified":"2024-03-07T14:54:44","modified_gmt":"2024-03-07T13:54:44","slug":"rot-gruen-wollte-den-steuerfuss-gleich-lassen-real-haben-sie-aber-die-steuern-erhoeht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/martina-zuercher.ch\/?p=228","title":{"rendered":"Rot-Gr\u00fcn wollte den Steuerfuss gleich lassen, real haben sie aber die Steuern erh\u00f6ht"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Im vergangenen Dezember wollten FDP, GLP, SVP und Die Mitte im Gemeinderat den Steuerfuss leicht senken. Die rot-gr\u00fcne Mehrheit wollte den Steuerfuss aber nicht senken, mit der Begr\u00fcndung, dass es f\u00fcr die meisten nur ein paar Franken ausmachen w\u00fcrde. Nur scheinbar kann oder will die Mehrheit nicht verstehen, dass sie in der aktuellen wirtschaftlichen Situation damit die Steuerbelastung f\u00fcr alle erh\u00f6ht haben. Das Zauberwort heisst \u201ekalte Progression\u201c.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nehmen wir an, Sie leben sparsam und legen jeden Monat etwas auf die Seite. Nach einigen Jahren hat das Sparkonto CHF 100&#8217;000. In der vergangenen Tiefzinsphase gab es dort kaum Zinsen, aber auch kaum Teuerung. Nun hatten wir aber im Jahr 2023 rund 2% Teuerung, das heisst, die Konsumg\u00fcter wurden durchschnittlich 2% teurer, mit Ihrem Sparkonto von CHF 100&#8217;000 k\u00f6nnten Sie 2% weniger kaufen als noch ein Jahr zuvor. Nun zahlen aber die Banken wieder Zinsen auf den Sparkonti. Zurzeit sind diese um 1%, d.h. Sie w\u00fcrden rund CHF 1&#8217;000 Zinsen erhalten. Unter dem Strich k\u00f6nnen Sie sich immer noch weniger von Ihrem Ersparten kaufen als fr\u00fcher, weil die Teuerung eben gr\u00f6sser ist als die Zinsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist aber noch nicht alles: Auf die CHF 1&#8217;000 Zinsen zahlen Sie Einkommenssteuer. Wenn Sie verheiratet sind, in der Stadt Z\u00fcrich wohnen und zusammen CHF 65&#8217;000 steuerbares Einkommen haben, dann w\u00e4ren das ohne direkte Bundessteuer rund CHF 240<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Oder etwas salopp gesagt: Von Ihren CHF 100&#8217;000 frisst die Teuerung CHF 2&#8217;000 Franken weg, die Bank zahlt Ihnen CHF 1&#8217;000 und das st\u00e4dtische Steueramt nimmt Ihnen CHF 240 davon gleich wieder ab. Dies erg\u00e4be dann real ein Minus von CHF 1&#8217;240 auf Ihrem Ersparten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis jetzt haben wir aber nur von den Ersparnissen gesprochen. Ihrem Lohn geht es nicht besser. Nehmen wir an, Sie haben wegen der Teuerung vom Arbeitgeber eine Lohnerh\u00f6hung von 1.5% erhalten. Nehmen wir an, Sie haben so neu ein steuerbares Einkommen von CHF 65\u2018975. Wegen der progressiv ausgestalteten Einkommenssteuers\u00e4tzen zahlen Sie auf jedem Franken zus\u00e4tzlich immer mehr Steuern, d.h. f\u00fcr die zus\u00e4tzlichen CHF 975 Einkommen zahlen Sie ohne die direkte Bundessteuer CHF 255 mehr ans Steueramt als mit Ihrem fr\u00fcheren Einkommen<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Hier gibt es dasselbe Bild: Die Teuerung ist wahrscheinlich gr\u00f6sser als Ihre Lohnerh\u00f6hung und das Steueramt nimmt Ihnen auch noch mehr ab als im Vorjahr, real haben Sie deshalb weniger im Portemonnaie. (2023 war die durchschnittliche Jahresteuerung 2,1%, <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/preise\/landesindex-konsumentenpreise.html\">https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/preise\/landesindex-konsumentenpreise.html<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Hier kommt eben die eingangs erw\u00e4hnte \u201ekalte Progression\u201c zum Vorschein. Die Schweizerische Steuerkonferenz schreibt dazu Folgendes: \u201e<em>Der Begriff der kalten Progression bezeichnet den Umstand, dass bei progressivem Steuertarif eine steuerpflichtige Person aufgrund ihres gestiegenen Nominaleinkommens mit einem h\u00f6heren Durchschnittssteuersatz belastet wird, obwohl ihr reales Einkommen nicht entsprechend angestiegen ist. Dies f\u00fchrt zu einer Verminderung der Kaufkraft. Durch den Ausgleich der kalten Progression (u.a. durch Anpassen der Steuertarife) kann diesem Ph\u00e4nomen entgegengewirkt werden.<\/em>\u00bb (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.estv2.admin.ch\/stp\/ds\/e-kalte-progression-de.pdf\">https:\/\/www.estv2.admin.ch\/stp\/ds\/e-kalte-progression-de.pdf<\/a>, 6.3.2024) Will man, dass die Auswirkungen der Teuerung sich bei der Bev\u00f6lkerung m\u00f6glichst gering sind, ist es der richtige Weg, bei aufkommender Teuerung den Steuerfuss zu senken. Die Linke, allen voran die SP spricht zwar andauernd von Kaufkraftverlust, handelt aber verkehrt, mit ihrer Finanzpolitik versch\u00e4rfen sie gar eher die Teuerung. Die FDP ist eben nicht nur das liberale Original, sondern auch diejenige Partei, welche die wirtschaftlichen Zusammenh\u00e4nge am besten versteht.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Betrag multipliziert mit dem entsprechenden Steuersatz multipliziert mit der Summe der Steuerf\u00fcsse von Stadt und Kanton: CHF 1&#8217;000 * 11% * (119%+99%) = CHF 240<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Betrag multipliziert mit dem entsprechenden, wegen der Progression nun h\u00f6herem Steuersatz multipliziert mit der Summe der Steuerf\u00fcsse von Stadt und Kanton: CHF 975 * 12% * (119%+99%) = CHF 255<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im vergangenen Dezember wollten FDP, GLP, SVP und Die Mitte im Gemeinderat den Steuerfuss leicht senken. Die rot-gr\u00fcne Mehrheit wollte den Steuerfuss aber nicht senken, mit der Begr\u00fcndung, dass es f\u00fcr die meisten nur ein paar Franken ausmachen w\u00fcrde. Nur scheinbar kann oder will die Mehrheit nicht verstehen, dass sie in der aktuellen wirtschaftlichen Situation<\/p>\n<div class=\"more-link\">\n             <a href=\"https:\/\/martina-zuercher.ch\/?p=228\" class=\"theme-btn\"><span>Weiterlesen <\/span><i class=\"bi bi-arrow-right\"><\/i><\/a>\n        <\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":231,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-228","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/martina-zuercher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/228","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/martina-zuercher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/martina-zuercher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/martina-zuercher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/martina-zuercher.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=228"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/martina-zuercher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/228\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":229,"href":"https:\/\/martina-zuercher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/228\/revisions\/229"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/martina-zuercher.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/231"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/martina-zuercher.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=228"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/martina-zuercher.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=228"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/martina-zuercher.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=228"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}