Abstimmungen vom 14. Juni 2026 – JA zur Volkinitiative Parkplatzkompromiss

JA zu ausreichend Parkplätzen für Velos, E-Bikes, elektrische Kleintransporter, Vespas und Autos, sowie Flexibilität in der Strassengestaltung

Am 14. Juni 2026 stimmt die Stadtzürcher Stimmbevölkerung darüber ab, ob sie beim aktuell massiven Abbau von Parkplätzen auf öffentlichem Grund eine Kompensation der aufgehobenen Plätze im gleichen Quartier möchte. Die Initiative heisst «Kompromiss», weil diese Kompensation auch auf Privatgrund erfolgen kann, solange die Parkplätze öffentlich zugänglich bleiben – so gibt es weiterhin Flexibilität für die Strassengestaltung. Weiter will die Initiative auch ausreichend Parkplätze für Velos, E-Bikes, Vespas etc. schaffen, sowie genügend Parkmöglichkeiten für das Gewerbe.

«Immer weniger Autos in der Stadt Zürich» ist schlicht falsch – korrekt: gleichviele Autos und deutlich mehr Vespas

Immer wieder hört man, dass es immer weniger Autos in der Stadt Zürich gäbe. Das ist schlicht falsch. Gemäss der städtischen Statistik gab es vor 15 Jahren 133’876 Personenwagen, aktuell sind es 133’943, also praktisch genau gleich viele. Was sich aber verändert hat, ist die Anzahl Motorräder und -roller, diese hat sich in den letzten 15 Jahren um satte 33% erhöht, aktuell sind es 28’162 (Quelle).

Der Stadtrat argumentiert unseriös

In seiner Weisung zur Volksinitiative schreibt der Stadtrat einfach: «Heute sind in der Stadt Zürich ausreichend Autoabstellplätze vorhanden.» Das ist im Zusammenhang mit der Volksinitiative Parkplatzkompromiss doppelt unseriös. Erstens hat gerade kürzlich der Tages-Anzeiger berichtet, dass beispielsweise der Carsharing-Anbieter Mobility grosse Mühe hat, Parkplätze zu finden (Link). Zweitens geht es in der Volksinitiative Parkplatzkompromiss nicht nur um Autoabstellplätze, sondern auch solche für Velos, E-Bikes, Vespas und alle Vehikel, welche uns die Zukunft noch bringt, denn im Initiativtext heisst es «Velo- und motorisierter Individualverkehr».

Motorisierter Individualverkehr ist nicht gleich Auto

Mit der zunehmenden Elektrifizierung Individualverkehrs vermischen sich die Grenzen zwischen E-Bikes, Motorfahrrädern und Autos immer mehr. Umso irrsinniger ist die Strategie der Stadtverwaltung quasi nur in die Kategorien «Velo» und «Auto» zu unterteilen. Nachfolgend ein paar Beispiele, welche ich auf den Strassen von Zürich fotografiert habe.

Verschiedene Lebenssituationen erfordern unterschiedliche Mobilitätsformen

In der Stadt Zürich gibt es viele ältere Gebäude ohne eigene Parkplätze und auch ohne Besucherparkplätze. Diese sind vom zurzeit durchgeführten kompensationslosen Abbau der blauen Zone ganz besonders betroffen. Dadurch werden nämlich Menschen aus dieser Stadt vertrieben, Menschen, die beruflich oder privat auf ein Auto oder ein autoähnliches Fahrzeug angewiesen sind. Denn nicht nur als Gewerbetreibender oder Schichtarbeitender ist die Fahrt mit dem Auto manchmal unumgänglich. Betreut oder pflegt jemand beispielsweise betagte Familienmitglieder, die zum Arzt oder Coiffeur begleitet werden müssen. Oder aus meinem Leben: Ein Grosseinkauf oder der Transport eines Second-Hand-Kinderbetts ist mit dem Cargovelo nicht möglich, wenn man gleichzeitig noch zwei Kleinkinder dabei hat.

Verschiedene Verkehrsmittel sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen in einer funktionierenden Stadt nebeneinander Platz haben. Selbstverständlich müssen wir dabei darauf achten, dass der Verkehr emissionsärmer und leiser wird. Dazu sind auch technische Innovationen gefordert. Stimmen Sie deshalb am 14. Juni 2026 Ja zur Volksinitiative Parkplatzkompromiss, am besten kombiniert mit einem JA zum öV-Ausbau «Tram Affoltern», damit wir in der Stadt Zürich Mobilität für verschiedene Lebenslagen der Bevölkerung möglich machen.

mzuercher

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